Andreas Wernicke

Gesangsunterricht in Berlin Zehlendorf

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Was ist eigendlich Klang?

Musik in unserem Kulturkreis ist in der Regel grundtonorientiert - das heißt, dass wir z.B. in einem Orchesterkonzert verschiedene Instrumente hören, die Töne von unterschiedlicher Tonhöhe gleichzeitig spielen.
Auch in der Gehörbildung, beispielsweise an Musikhochschulen, wird fast ausschließlich das erkennen dieser Grundtonzusammenklänge trainiert.

Der Struktur des Klanges eines einzelnen Tones dagegen widmen wir so gut wie keine Aufmerksamkeit. Klang ist etwas, das wir ziemlich diffus als schön oder unschön bezeichnen.

Mit den folgenden Klangbeispielen im MP3-Format möchte ich anhand einer gesungenen Tonfolge, die ich in verschiedener Weise gefiltert habe zeigen, dass ein gesungener Ton eine komplexe Klangstruktur enthält.
Sie sollten die Dateien möglichst mit einem guten Kopfhörer anhören und nicht mit kleinen Computerlautsprechern, da sonst einige Unterschiede vielleicht nicht deutlich werden.

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  1. Ausgangstonfolge (ungefilterte Tonfolge aufwärts-abwärts auf Vokal a)
  2. Filterton 1 isoliert einen Frequenzbereich, der für die menschliche Stimme von besonderer Bedeutung ist, den Bereich um 3000 Hz (auch bekannt als Sängerformant). Diesen Klangbereich empfinden wir als Brillanz oder Klangenergie. Er hat auch großen Einfluss auf die Tragfähigkeit der Stimme.
    Zu beachten: Der 3000 Hz Ton klingt relativ einheitlich und unberührt von den Tonhöhenwechseln im Grundtonbereich (vergleiche mit Ausgangstonfolge).
    Ein Tip: Gehen Sie doch mal mit dem Mauszeiger über das Bild mit den Zimbeln und vergleichen die Klänge!
  3. Filterton 1a - ein auf gleich bleibender Tonhöhe gesungener Ton mit Vokalwechsel a-o-a-i-a.
    Ausgangston und Filterton sind hier in einer Datei nacheinander zu hören
  4. Filterton 2 isoliert einen weiteren Bereich, den man auch zu den Sängerformanten zählen kann, den Frequenzbereich um 5000 Hz.
  5. Filterton 3 ist der Ausgangston mit Lautstärkenanhebungen in den Bereichen von Filterton 1 und 2. Hier kann man gut hören, wie die Brillanz der Stimme gegenüber dem Ausgangston gestiegen ist (wird auch oft bei professionellen Tonaufnahmen gemacht).
  6. Filterton 4 isoliert den Grundtonbereich, die "Tonhöhe", die z.B. die Stellung unseres gesungenen Tones in einem mehrstimmigen Klang definiert.
    Ein Vokal ist hier so gut wie nicht erkennbar!
  7. Filterton 5 ist die Ausgangstonfolge mit in der Lautstärke angehobenem Grundton (können Sie den Grundton raushören?).
  8. Filterton 6 isoliert den Frequenzbereich, in dem wir Vokale orten können (zwischen ca. 500 Hz und 1100 Hz). Das klingt wie alte Grammophonmusik.
  9. Filterton 7 isoliert den ersten harmonischen Oberton (Oktave zum Grundton)
  10. Filterton 8 ist der Ausgangston mit in der Lautstärke angehobenem ersten Oberton.
  11. Filterton 9 isoliert neben dem ersten noch weitere harmonische Obertöne.
  12. Hier können Sie alle Töne in einer ZIP-Datei (1,25 MB) runterladen.

Viel Spaß bei neuen Hörerfahrungen! Eine kleine Anregung: Versuchen Sie mal zu hören, in welchen Frequenzbereichen das Vibrato (Rhythmische Tonhöhenschwankung der Stimme, in der Regel 5-6 Schwingungen in der Sekunde) stärker und in welchen es schwächer oder ganz verschwunden ist.

Für den Singenden von besonderem Interesse ist: Das bewusste Hören der Vielschichtigkeit des eigenen Klanges während des Singens hat starke Rückwirkung auf diesen Klang. Es macht ihn reicher und tragfähiger (siehe auch Tomatis - Der Klang des Lebens)